Nur auf Effizienz getrimmt? Das kann auch explodieren.

von Volker Rau | Aug. 2019

EffizienzÜbertreibung Stabilität Flexibilität Kreativität Austausch

Kennen Sie das? Effizienzprograme und Einsparungswellen rollen über die Mitarbeiter einer Firma hinweg. Arbeitsprozesse werden verschlankt, Mitarbeiter werden in Projekten knapper „gestaffed“, Investitionen werden gekürzt, Weiterbildungsseminare nur noch einen Tag lang unter dem Motto „Druckbetankung“ durchgeführt, Dienstreisen werden auf das Minimum heruntergefahren, kein kostenloser Kaffee mehr, Rationierung der Büromaterialien, der Wegfall des Sommerfests. Alles und jeder wird auf Effizienz und Kostenersparnis getrimmt.

Grundlegend vernünftig, man sollte ja auch haushalten und nichts verschwenden. Aber in der Übertreibung liegt bekanntlich das Gift. Und es besteht die Gefahr, dass sich eine schlechte Stimmung in das Unternehmen einschleicht. Das Kopfkino in der Belegschaft läuft an: „Ob es wohl auch zu Entlassungen kommen wird?“, „Werde ich irgendwohin versetzt, wo ich gar nicht hin will?“ oder „Lohnt sich das Denken/Machen in diese Richtung noch oder ist das für die Katz oder sogar falsch?“. Die Arbeitshaltung wird eine andere. Die Eigeninitiative nimmt ab, denn man könnte ja unangenehm auffallen. Zu viel Optimierung und Einsparungsprozesse führen zu einer „Arbeit nach Vorschrift“-Mentalität.

Effizienz ist dennoch für viele Unternehmen ein Zauberwort. Es steht für Arbeiten wie ein Uhrwerk, alles läuft wie am Schnürchen, Kostensenkung bei gleichbleibenden Einnahmen – das ist Profitorientierung und diese steht im Vordergrund. Das Gegenteil von Effizienz sehen viele Entscheider in Verschwendung. Aber - so widersprüchlich dies auch klingen mag: Eine gewisse Verschwendung kann Unternehmen mehr Stabilität verschaffen. Wie kann das sein, wo doch Verschwendung für viele ein absolutes No-Go ist?

Betrachten wir das Ganze von außen, treffen wir auf das Problem, warum die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung trotz aller Anstrengungen nicht immer greifen. Weil Effizienz stabile Rahmenbedingungen benötigt und diese sind in Zeiten des Umbruchs, der Digitalisierung, der VUKA-Welt, nicht immer gegeben. Bricht eine Lieferkette aus irgendeinem Grund zusammen, fehlt ein Experte, ist ein gewichtiger Entscheider nicht zu erreichen, kann alles auseinanderfliegen - weil überhaupt kein Puffer mehr besteht, keine „Masse“ zum Umschichten vorhanden ist. Hier kommt die Stabilität ins Spiel. Die Erhaltung einer Firma gelingt eher, wenn diese stabil ist, wenn es Puffer gibt (auch Autobrücken haben bspw. sogenannte “Dehnungsfugen”, um sie bei Veränderungen insgesamt stabil zu halten). Wenn zu stark nach Effizienz gestrebt wird, kommt statt Unternehmergeist das Unternehmen zum Stillstand.

Das übertriebene Streben nach Effizienz schwächt zudem die Kreativität, Flexibilität oder den Austausch über Departments und Hierarchieebenen hinweg. Die Mitarbeiter werden dabei meist zu sehr an die kurze Leine genommen, das demotiviert – gerade die „guten Pferde“ im Unternehmen.

Um also auch zukünftig Lösungen zu finden für die firmeneigenen Herausforderungen, gilt es eine Balance zu finden zwischen Effizienz und Platz für Kreativität, Austausch oder Umschichtungen. Oder noch besser: diese Dinge direkt in die Effizienzdenke integrieren, es also nicht als zwei gegensätzliche Richtungen zu sehen, die umeinander kämpfen. Denn schließlich gibt es im Sport nicht umsonst Drittel- oder Halbzeitpausen, um sich bei veränderter Situation die Taktik in Ruhe zu überdenken, auf Ideen zu kommen, sich auszutauschen und Kraft zu schöpfen. Kein Entscheider würde sagen „Das ist aber unprofessionell, lauft mal schön weiter. Aber ohne Pause, dafür haben wir keine Zeit!“

In diesem Sinne: Wenn etwas für Sie dabei war, dann wünschen wir Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung, viel Erfolg im entscheidenden Moment.

Nehmen Sie gerne mit Volker Rau Kontakt auf, und nutzen Sie unsere Expertise zum Thema.

T: 0221-25071939    M: 0176-80157831    E: vr@keyplay-consulting.com

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