Aus der Taktikecke
von Volker Rau | Apr. 2026
Während ich das hier schreibe, wäre ich eigentlich gerade auf dem Weg von Köln nach München zu einem super Event, auf den ich mich sehr gefreut habe. Bin ich aber nicht.😖
Eines meiner Kinder hat sich gestern den Arm gebrochen. Abends noch Notaufnahme, heute OP. 🚑 Alle noch den Schreck in den Knochen (wortwörtlich). Eltern sorgenvoll. Kind geknickt - was gibts Bescheuerteres, als direkt zu Ferienbeginn mit tollen Plänen für Aktionen und maximalen Chill-Ambitionen sowas realisieren zu müssen!!!
Und nun? Hier ein paar Tipps für euch und mich:
1. Erwartung vs. Realität bewusst trennen
Wenn etwas nicht klappt wie geplant, passiert oft innerlich: „So sollte es sein“ vs. „So ist es“. Der Stress entsteht aus dieser Lücke. Versuch dir kurz klarzumachen: “Ich bin enttäuscht, weil mir das wichtig war (das ist legitim) , aber die Realität ist gerade eine andere.” Allein dieses Benennen nimmt schon Druck raus.
2. Die Enttäuschung zulassen, statt sie wegzudrücken
Viele versuchen sofort umzuschalten („egal, weiter“), aber das funktioniert selten. Besser ist, kurz innezuhalten und zu akzeptieren: „Ich hab mich darauf gefreut – logisch, dass es mich nervt .“ Das macht dich emotional stabiler als „drüberzubügeln“.
3. Flexibilität als Skill sehen (nicht als Notlösung)
Frag dich: Was ist jetzt noch möglich? Was ist die zweitbeste Version dieser Situation? Das Ziel: Nicht „perfekt oder nichts“, sondern „okay statt ideal“.
4. Den Fokus verschieben: Kontrolle vs. Einfluss
Wenn etwas außerhalb deiner Kontrolle lag, dann sind Selbstvorwürfe Energieverschwendung. Wenn etwas in deiner Kontrolle lag, dann kannst du es fürs nächste Mal anpassen.
5. Mentales „Reframing“
Versuch aktiv, eine alternative Sicht zu finden: „Das ist jetzt nervig, das ist ungeplant, aber vielleicht ergibt sich etwas anderes“ oder „Alles ist kaputt“ in Richtung „Ein Teil lief nicht – der Rest kann trotzdem gut werden“ . Wichtig: nicht schönreden, sondern realistisch neu einordnen.
6. Mini-Plan B vorbereiten (gerade wenn dir etwas wichtig ist)
Wenn du dich stark auf etwas freust, überleg ggf. vorher schon: Was mache ich, wenn es nicht klappt? Das reduziert den emotionalen Absturz enorm.
7. Langfristige Perspektive einnehmen
Frag dich: „Wird mich das in einer Woche, in einem Monat noch stören?“ Oft ist die ehrliche Antwort: eher nicht. Das relativiert die Situation, ohne deine Gefühle kleinzureden.
Liebe Keyplayer, in den heutigen Zeiten gehören die Abweichungen fast zum Standard. Damit umgehen zu können ist beruflich wie privat eine Schlüsselkompetenz. Trainiere sie, und dein Leben wird dir leichter fallen - versprochen.