Aus der Taktikecke

von Volker Rau | May. 2026

Nostalgie Changemanagement Umgang mit Widerstand

“Pflege schöne Erinnerungen an die Zeit vor dem Change für Committment statt Widerstand!” Das ist die Kernaussage von Forschende der Universitäten Rotterdam, Lausanne und Southampton.

Veränderungen werden von Mitarbeitenden (und auch im Privaten) oft als bedrohlich wahrgenommen. Ist ja auch stimmig, bedeutet es evolutionär eine potentielle Gefahr.
Zudem muss ich mehr Energie aufwenden, um mich mit Neuem auseinanderzusetzen - hat auch nicht jeder Bock drauf …
Also schon mal 2 Gründe, in den Widerstand zu gehen.

Helfen kann da, schöne Erinnerungen an die gute alte Zeit zu kultivieren, sie zu wertschätzen und sich daran zu erfreuen (“Hach, damals …”). Es war ja nicht alles schlecht bzw. hat eben damals gepasst oder war der heisseste Shit (das bin übrigens nicht ich auf dem Foto; vor einem Kassettenrecorder habe aber auch ich ewig gesessen, um beim radio Hamburg Oster-Mega-Hit-Marathon meine Libelingslieder mitzuschneiden - nur um fast auszuflippen, wenn Staumeldungen dazwischenkamen oder meine Mutter mich zum Essen rief).

Entscheider sollten daher positive Erinnerungen an die Zeit vor Veränderungen bewusst fördern. So bleiben Mitarbeitende dem Unternehmen stärker verbunden und sind eher bereit, es aktiv gegen Kritik zu verteidigen.

Ich fühle mich in der heutigen Zeit recht wohl, obwohl es auch ziemlich dicht, instabil und hektisch ist. Mit Wehmut denke ich aber auch an Guns N’ Roses und Prince, Mixtapes im Walkman, Kaugummizigaretten, Drehscheibentelefon, meinen Commodere 64, “Ein Colt für alle Fälle” schauen oder bei Freunden in der Nachbarschaft klingeln und fragen, ob sie Zeit zum Spielen hätten und runterkommen würden … Hach, war auch schön 😊

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